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Tagungsbände zu ausgewählten
Jahrestagungen der
"Gesellschaft für Kinder- und Jugendliteraturforschung"
(vormals Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendliteraturforschung)
Wird fortgesetzt!
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Gabriele
von Glasenapp / Gisela Wilkending (Hrsg.): Geschichte und Geschichten.
Die Kinder- und Jugendliteratur und das kulturelle und politische
Gedächtnis.
Frankfurt a.M. u.a.: Peter Lang 2005
(Kinder- und Jugendkultur, -literatur und -medien. Theorie –
Geschichte – Didaktik, Bd, 41) |
Inhalt:
Gabriele von Glasenapp: „Mit Historie will man was“.
Geschichtsdarstellungen in der neueren Kinder- und Jugendliteratur.
Hans-Heino Ewers: In die eigene Kindheit zurücksinken. Kinder-
und Jugendliteratur als Medium einer (erwachsenen) Erinnerungskultur.
Rüdiger Steinlein: Die Geschichtserzählung in der Kinder-
und Jugendliteratur der SBZ/DDR.
Gundel Mattenklott: Biblische Geschichten und ihre Bilder.
Maria Rutenfranz: Götter, Helden, Menschen: Das Beispiel Hannibal.
Holger Zimmermann: Adoleszenz im Mittelalter. Zur Funktion der Identifikationsfigur
in der geschichtserzählenden Kinder- und Jugendliteratur.
Ute Dettmar: „Schon dein Name ist furchtbar und du selbst
bist schrecklich“. Räubergeschichten zwischen Geschichte
und Mythos.
Yvonne Wolf: Jenseits von Raum und Zeit. Wo sich Phantastik und
Geschichte berühren.
Ernst Seibert: „Sprachliche Narben“. Von Käthe
Recheis zu Elisabeth Reichart.
Hans-Heino Ewers: Zwischen geschichtlicher Belehrung und autobiographischer
Erinnerungsarbeit. Zeitgeschichtliche Kinder- und Jugendliteratur
von Autorinnen und Autoren der Kriegs- und Nachkriegskinder.
Caroline Gremmel: Auf der Suche nach der eigenen Familiengeschichte.
Neue zeitgeschichtliche Familien- und Generationenromane.
Michael Wermke: Cold and hot memory. Remembering the Holocaust in
Young People’s Literature.
Piet Mooren; Auschwitz aus drei Perspektiven: Täter, Opfer,
Mitläufer.
Heike Deckert-Peaceman: Stories über den Holocaust. Über
das Verhältnis zwischen kulturellem und unterrichtlichem Narrativ.
Annette Kliewer: Der naive Blick auf das Grauen: Der Holocaust aus
Kindersicht.
Irit Wyrobnik: Geschichte lernen durch Geschichte?
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Karin Richter;
Sabine Riemann (Hrsg.):
Kinder - Literatur "neue" Medien
Baltmannsweiler: Schneider Vlg. Hohengeehren 2000
245 Seiten
ISBN 3-89676-300-8
DM 36,18
EUR 18,50 |
Die in dem Band vereinten Beiträge widmen sich einem Beziehungsgeflecht,
das in der gegenwärtigen Kinder- und Jugendliteraturbetrachtung
eher selten in den Blick fällt - der Frage nach dem Verhältnis
von Kinder- und Jugendliteratur und neuen Medien.
Sie erfassen dabei sowohl das weite Feld der kindlichen Mediennutzung
und Veränderungen in der Lesekulturjunger Menschen als auch Wandlungen
in den Medien selbst.
Darstellungen zu einzelnen Aspekten der Printmedien, zum Kinderhörspiel
und Kindertheater, zum Kinderfernsehen und Kinderfilm, zu Kindercomic
und CD-ROM-Produktionen sowie zu Kinderzeitschriften ermöglichen
einen interessanten Einblick in gegenwärtige Medienwelten.
Die von Wissenschaftlern, professionellen Literaturvermittlern, Schriftstellern
und Pädagogen verfassten Aufsätze wollen Orientierung bieten
und zu einem kreativen Umgang mit einem komplizierten Gegenstand in
Schulen und Hochschulen, in Verlagen, Sendern und Redaktionen anregen.
Die Beiträge bieten in der Unterschiedlichkeit ihrer Standpunkte,
in der Souveränität der Auseinandersetzung mit einem vielschichtigen
Phänomen und in der Bedachtsamkeit des Urteils ein Beispiel für
die Vielfalt der Zugänge zu einem schwierigen Gegenstand, der
keine einfachen Antworten und Rezepte zulässt. |
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Hans-Heino Ewers; Inge
Wild (Hrsg.):
Familienszenen. Die Darstellung familialer Kindheit in der Kinder-
und Jugendliteratur.
Herausgegeben in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder-
und Jugendliteraturforschung
Weinheim und München: Juventa 1999
227 Seiten
ISBN 3-7799-0450-0
DM 32,27
EUR 16,50 |
Als primäre Sozialisationsinstanz und kindlicher Lebensraum
steht die Familie seit jeher im Zentrum der Gattung Kinder- und Jugendliteratur.
In historischen und aktuellen Texten oszilliert ihr Bild zwischen
der Gestaltung familiärer Harmonie oder einschnürenden familiären
Hierarchien und emotionalen Defiziterfahrungen; realistische Erzählmuster
verbinden sich mit didaktischen, kompensatorischen oder utopischen
Gegenentwürfen. Dieser Spannungsbogen zwischen realistischen
und utopischen Kindheitsbildern, Generations- und Geschlechterrollen
ist ein wichtiger Frage- und Analysegegenstand des vorliegenden Bandes.
Im Zentrum des Interesses stehen auch die darstellerischen Mittel
und Motivkomplexe in den verschiedenen untersuchten Gattungen: Kinderschauspiel,
Mädchenliteratur, männlicher und weiblicher Adoleszenzroman,
Kinder- und Jugendroman, Bilderbuch, moderne Medien.
Der Band repräsentiert die Methodenvielfalt der Kinder- und Jugendliteraturforschung.Da
bei ist ein methodischer Schwerpunkt die psychoanalytische Betrachtungsweise.
Die Beiträge demonstrieren in historischer Abfolge die erzählerisch
und ikonographisch fest etablierte Beziehungsstruktur Familie und
Kindheit.
Beiträge von U. Abraham, H.-H. Ewers, B. Hurrelmann, H. Karrenbrock,
H. Kaulen, E. Sauerbaum, W. Steffens, R. Steinlein, A. K. Ulrich,
A. Völpel, I. Wild, G. Wilkending. |
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Karin Richter;
Bettina Hurrelmann (Hrsg.):
Kinderliteratur im Unterricht. Theorien und Modelle zur Kinder-
und Jugendliteratur im pädagogisch-didaktischen Kontext
Weinheim und München: Juventa 1998
244 Seiten
ISBN 3-7799-1344-5
DM 35,20
EUR 18,00 |
| In den letzten zehn Jahren wurde die Kinder- und Jugendliteratur
zum Forschungsgebiet der Literaturwissenschaft. Diese fachwissenschaftliche
Perspektive machte neue Sichten möglich und förderte reiche
Erkenntnisse zutage, aber sie führte zugleich dazu, daß
die pädagogisch-didaktischen Implikationen des Gegenstandes aus
dem Blick rückten. Im vorliegenden Band werden daher vom Horizont
der Gegenwart aus neue Fragen gestellt: z.B. nach der sozialen und
kulturellen Geltung dieses Literaturbereichs, seinem Stellenwert für
die kindliche Leseentwicklung, seiner Rolle in familialen und schulischen
Bildungsprozessen und seinem Ort in einem vielfältigen modernen
Medienangebot. In den Beiträgen werden theoretische Reflexionen
und konkrete Anregungen für einen kreativen Umgang mit Kinder-
und Jugendliteratur miteinander verbunden. Theorie und Geschichte
der Kinder- und Jugendliteratur werden ebenso einbezogen wie didaktische
Grundsatzüberlegungen und die Betrachtung einzelner Genres bzw.
charakteristischer Texte, deren Vermittlung in der Schule - gerade
mit Blick auf kindliche Rezeptionsweisen - beschrieben wird. Die Beiträge
sind für Lehrerinnen und Lehrer von unmittelbarem Interesse,
die nach Anregungen für ihren Unterricht suchen. Für sie
ist wichtig, daß mit Bilderbuch, Erstlesebuch, Anthologie und
Jugenbuchverfilmung bisher eher vernachlässigte Genres Beachtung
finden, die für einen modernen Unterricht von großer Bedeutung
sind. |
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Reiner Wild (Hrsg.):
Gesellschaftliche Modernisierung und Kinder- und Jugendliteratur.
St. Ingbert. Röhrig Universitätsverlag 1997
200 Seiten
ISBN 3-86110-122-X
DM 40,00
EUR |
Die Beiträge des Bandes gehen auf Vorträge zurück,
die auf der Achten Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Kinder- und
Jugendliteraturforschung im Oktober 1995 in Kronberg/Ts. gehalten
wurden. Thema der Tagung war die wechselseitige Beziehung zwischen
dem gesellschaftlichen Modernisierungsprozeß und dem historischen
Wandel der Kinder- und Jugendliteratur und damit ein Problemkomplex,
der in der letzten Zeit zunehmend stärkere Beachtung findet.
Die Beiträge gelten allgemeinen, nicht zuletzt theoretischen
Fragen dieses Zusammenhangs ebenso wie spezifischen Reaktionen auf
Modernisierungsphänomene in einzelnen kinderliterarischen Texten.
- Reiner Wild: Aspekte gesellschaftlicher Modernisierung
- Hans-Heino Ewers: Kinder- und Jugendliteratur im Modernisierungsprozeß.
Skizzie-rung eines Projekts
- Rüdiger Steinlein: Kinder- und Jugendliteratur um 1800
in modernisierungstheoretischer Perspektive. Thesen und Reflexionen
- Gisela Wilkending: Von der Abwehr des Häßlichen zur
Suche nach den Grundlagen einer kindlichen Ästhetik. Zu den
Anfängen einer kinderliterarischen Moderne
- Silke Arnold: Auf der Suche nach dem verlorenen Arkadien: A.A.
Milnes »Winnie-the-Pooh«
- Helga Karrenbrock: »Revolution im Bücherschrank der
Kinder«. Zur Synchronisierung von Kindheit in den Kinderromanen
der Neuen Sachlichkeit
- Annegret Völpel: Deutschsprachige jüdische Kinder-
und Jugendliteratur des frühen 20. Jahrhunderts zwischen
Modernisierung und Modernisierungsabwehr
- Heinrich Kaulen: Bertolt Brecht und die Kinderliteratur. Probleme
und Fragen aus modernisierungstheoretischer Sicht
- Carsten Gansel: Kinder und Jugendliteratur in der SBZ/DDR in
modernisierungstheoretischer Sicht. Aufriß eines Problemfeldes
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Lehnert, Gertrud (Hrsg.):
Inszenierungen von Weiblichkeit. Weibliche Kindheit und Adoleszenz
in der Literatur des 20. Jahrhunderts.
Opladen: Westdeutscher Verlag 1996
259 Seiten
ISBN 3-531-12733-0
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Unter Einbeziehung aktueller Tendenzen der Gender
Studies" sowie der psychoanalytischen, soziologischen und literaturhistorischen
Forschung untersuchen zwölf Autorinnen literarische Darstellungen
weiblicher Kindheit und Adoleszenz, wobei der Schwerpunkt auf der
aktuellen Kinder- und Jugendliteratur liegt. Der Band enthält
Beiträge über die Entdeckung" der Sexualität
in zeitgenössischer Mädchenliteratur, über lesbische
Liebe, inzestuöse Geschwister-Bindungen, abwesende Väter,
über Strategien der Geschlechterperspektivierung, über Transvestismus
und über die Inszenierung der Adoleszenz in autobiographischen
Texten. In einem ergänzenden historischen Teil wird unter anderem
jüdische Mädchenliteratur in Deutschland und Mädchenliteratur
des Nationalsozialismus behandelt. |
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Ulrich Nassen
(Hrsg.):
Naturkind, Landkind, Stadtkind. Literarische Bilderwelten kindlicher
Umwelt. München: Fink 1995
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| Inhaltsverzeichnis
Vorwort 7
Anna Katharina Ulrich: Natur als Erziehungskulisse: Mutterbilder
im Vaterwort.
Psychoanalytische Deutungsversuche zu zwei Schweizer Kinderbuchklassikern
9
Verena Rutschmann: Natur und Zivilisation oder Fortschritt und
Heimweh in der Schweizer Kinder- und Jugendliteratur 25
Klaus-Ulrich Pech: Riesenpläne, ausgeführt.
Zur Funktion von Stadt und Land in der Kinderliteratur des frühen
19. Jahrhunderts 45
Michael Nagel: Urbane Lebenswelt und der Blick vom Kinde aus:
Aspekte von Natur und Zivilisation in den Jugendschriften der Bremer
Reformpädagogen 59
Myriam Mieles: Zivilisationsraum Großstadt - Kinderliterarische
Großstadtprosa in der Weimarer Republik 85
Gina Weinkauff: Natur und Stadt in Lisa Tetzners Kinderodyssee
107
Reinhard Isensee: Suburb und Slum oder Großstadtmotive in
der amerikanischen Jugendliteratur 123
Reinbert Tabbert: Umweltmythen in Kinderbüchern verschiedener
Nationen 135
Wolfgang Schneider: Die Erwachsenen bringen die Kinder um.
Umweltutopien in der dramatischen Kinderliteratur 153
Heinz-Jürgen Kliewer: Ein Schmetterling ist ein Schmetterling
oder Gibt es eine Naturlyrik für Kinder? 163
Hans-Heino Ewers: Kinderlyrik als Naturlyrik.
Vom romantischen Kindergedicht zur west-deutschen Kinderlyrik der
Nachkriegszeit
(mit Anmerkungen zum kinderlyrischen Werk von James Krüss und
Josef Guggenmos). 177
Personenregister 199
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Hans-Heino Ewers (Hrsg.):
Komik im Kinderbuch. Erscheinungsformen des Komischen in der Kinder-
und Jugendliteratur.
Herausgegeben in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder-
und Jugendliteraturforschung
Weinheim und München: Juventa 1992
221 Seiten
ISBN 3-7799-0447-0
DM 30,32
EUR 15,50 |
| Die landläufige Vorstellung von kinderliterarischer Komik speist
sich aus heute noch verbreiteten Kinderbüchern der Nachkriegszeit,
aus den Büchern von Astrid Lindgren und Otfried Preußler.
Daß es sich hierbei nur um eine von vielen Ausprägungen
kinderliterarischer Komik handelt, verdeutlichen die Beiträge
dieses Bandes sowohl im Blick auf die Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur
als auch anhand neuerer und neuester Kinder- und Jugendbücher.
Sie handeln von der komischen Tierdichtung für Kinder seit dem
16. Jahrhundert, vom Struwelpeter, von Max und Moritz, vom Kasperl
und seiner wechselvollen Geschichte, von Pippi Langstrumpf und anderen
komischen Figuren der Kinderliteratur. Zur Sprache kommen Komik und
Nonsense bei Christoph Hein und der schwarze Humor in den Kinderbüchern
Roald Dahls. Bedacht wird schließlich auch die andersartige
Komik in den Jugendromanen Christine Nöstlingers und Aidan Chambers.
Seine Aktualität bezieht der Band daraus, daß er neuere
philosophische Ansätze einer Bestimmung des Komischen und Bachtins
Überlegungen zu Lachkultur und Karneval aufgreift und für
die Analyse der kinderliterarischen Komik fruchtbar macht. |
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Hans-Heino Ewers (Hrsg.):
Kindliches Erzählen, Erzählen für Kinder. Erzählerwerb,
Erzählwirklichkeit und erzählende Kinderliteratur.
Herausgegeben in Verbindung mit der Arbeitsgemeinschaft Kinder-
und Jugendliteraturforschung
Weinheim und Basel: Beltz 1991
221 Seiten
ISBN 3-407-25130-0
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| Das Erzählen, in der Schrift- und
Buchkultur wie in der Mediengesellschaft oft schon totgesagt, ist
eine längst wiederentdeckte Kunst - wiederentdeckt sowohl von
der Wissenschaft wie von der Schule. In verschiedenen wissenschaftlichen
Fächern, in Psychologie, Linguistik, Volkskunde, Ethnologie und
Literaturwissenschaft etwa, haben sich eigene Erzählforschungszweige
etabliert, die hochspezielle Aspekte des Erzählens thematisieren.
Die Gesamtheit dessen, was das Erzählen im Vorschul- und Schulalter
ausmacht, gerät da bisweilen aus dem Blickfeld - zum Nachteil
gerade für den Praktiker, der möglichst alle Aspekte des
Erzählens im Auge behalten soll. Wie entwickelt sich die Erzählfähigkeit
bei Kindern? Wie nimmt sich das unter Kindern kursierende Erzählgut
aus? Was bedeutet ihnen mündliches Geschichtenerzählen?
Inwieweit wird ihre Erzählpraxis durch literarische Muster, die
des Märchens etwa, bestimmt? Welche Nähe wahrt die Kinderliteratur
zum althergebrachten Geschichtenerzählen? Welche Erzählmythen
umkreist sie immer wieder? Wie steht es mit dem modernen Kinderroman
in einem hochentwickelten, wie um die Kinderliteratur in einem Land
der dritten Welt? Wie wird im Comic erzählt? |
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Hans-Heino
Ewers; Mara Lypp, Ulrich Nassen (Hrsg.):
Kinderliteratur und Moderne. Ästhetische Herausforderungen
der Kinderliteratur im 20. Jahhrhundert.
Weinheim und München: Juventa 1990 (vergriffen)
269 Seiten |
| Vorwort
Moderne Kunst, Dichtung der Moderne - kann es etwas der Kinder-
und Jugendliteratur entfernteres geben? Es scheint dies die landläufige
Meinung zu sein. Bislang ist jedoch niemand der Frage nachgegangen,
ob in der künstlerischen bzw. literarischen Moderne nicht doch
eine ästhetische Herausforderung für die Kinder- und Jugendliteratur
des 20. Jahrhunderts liegt. Die Beiträge dieses Bandes wollen
die - positiven wie negativen - Beziehungen aufspüren, die
zwischen der Kinder- und Jugendliteratur auf der einen, der künstlerischen
bzw. literarischen Moderne auf der anderen Seite existieren. Mit
der "Moderne" sind hier die diversen "Kunst-"
bzw. "Literaturrevolutionen" gemeint, die sich in den
europäischen, teils auch außereuropäischen Ländern
auf breiterer Front in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts
vollzogen haben und die in Gestalt der verschiedenen Avantgarden
bis zur Selbstnegation und -aufhebung der Institution "Literatur"
bzw. "Kunst" vorgestoßen sind. Die Moderne bewirkt
in allen literarischen (und künstlerischen) Gattungen einen
tiefgreifenden Formenwandel, einen radikalen Umbruch der Gestaltungsweisen.
Sie ist als literarische (bzw. künstlerische) Tendenz nicht
auf das frühe 20. Jahrhundert einzugrenzen; vielmehr zählt
sie, so oft auch versucht wurde, über sie hinaus- bzw. hinter
sie zurückzugehen, zu den bleibenden und tatsächlich immer
wieder aufgegriffenen formkünstlerischen Möglichkeiten
des 20. Jahrhunderts.
Mit dem Anbruch der Moderne muß die Frage nach dem Verhältnis
von Kinderliteratur und Erwachsenenliteratur neu gestellt werden.
Hat sich gegenüber der klassischen bürgerlichen Literatur-
(bzw. Kunst)epoche die Kluft zwischen ihnen vergrößert
oder verringert? Es scheint mir hierbei sinnvoll zu sein, die Frage
nach den möglichen Beziehungen zwischen der Kinderliteratur
und der Moderne zunächst einmal zu trennen von der nach den
faktisch realisierten Beziehungen. Bei der nach den möglichen
Beziehungen dürfte sich eine höchst zwiespältige
Antwort einstellen. Es gibt Ebenen der Moderne - ihr Hermetismus
etwa -, auf denen der Abstand zu allem Kinderliterarischen sich
erheblich vergrößert hat. Dafür hat die Moderne
auf anderen Feldern - im Sprachspiel, im Nonsense beispielsweise
- sich dem Kinderliterarischen in einem Maße angenähert,
wie es für die bürgerliche Literatur des 19. Jahrhundert
unvorstellbar gewesen wäre. Die Moderne war sogar in der Lage,
Kinderbücher wie "Alice in Wonderland" rückblickend
in ihre Ahnenreihe aufzunehmen. So wenig das Verhältnis von
Kinderliteratur und Moderne auch auf einen Nenner zu bringen sein
dürfte, eines scheint unabweislich zu sein: Die Moderne hat
auch auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur Epoche gemacht.
Mit welcher Verspätung, mit welcher Nachhaltigkeit sie dies
getan hat, sind bereits Fragen, die die faktische Beeinflussung
der Kinderliteratur durch die Moderne betreffen. Die Kinderliteratur
hat sich im 20. Jahrhundert bekanntermaßen weitgehend in der
Obhut von ausgesprochen antimodernistisch gesinnten Kräften
befunden; so hat sie vielfach das nicht aufgenommen, was für
sie an Inspirierendem in der Moderne enthalten war. Eine in diese
Richtung gehende Öffnung dürfte es auf breiterer Front
erst seit den 50er, im deutschsprachigen Raum erst seit Mitte der
60er Jahre des 20. Jahrhunderts gegeben haben. Bezüglich der
ersten Jahrhunderthälfte wäre - von den wenigen, eben
deshalb so bedeutenden Ausnahmen abgesehen - wohl nur zu oft Fehlanzeige
zu vermelden, allenfalls eine vordergründige Aufnahme der Moderne,
ihrer Themen mehr als ihrer Formensprache.
Dieser Band legt die Ergebnisse einer Tagung vor, die vom 28. bis
30. April 1989 in Stuttgart stattfand und von der "Arbeitsgemeinschaft
Kinder- und Jugendliteraturforschung" veranstaltet wurde. Die
Verfasserinnen und Verfasser haben ihre Beiträge nachträglich
überarbeitet, wobei der Vortragscharakter in unterschiedlicher
Weise gewahrt wurde. Wolfgang Schneider konnte seinen Vortrag auf
der Stuttgarter Tagung nicht halten, hat ihn aber für die Publikation
der Tagungsergebnisse nachgereicht. Ein vorgesehener Beitrag von
Dagmar Grenz zum Adoleszenzroman kam gleichfalls nicht zustande;
er wurde wenig später auf einer anderen Konferenz präsentiert,
von der Autorin jedoch freundlicherweise für diesen Band zur
Verfügung gestellt.
Hans-Heino Ewers
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